Was sind Naturgärten?

Ein Naturgarten ist keine von Brennnesseln und Brombeeren überwucherte Wildnis, sondern ist ein vom Menschen, Pflanzen und Tieren gemeinsam genutztes Ökosystem, das die Artenvielfalt fördert.

 

Ein Handtuch-großer Balkon kann zum Naturgarten werden, ein großen Garten kann aus verschiedene Lebensräumen bestehen und selbst ein pragmatischer Gemüsegarten profitiert von traditioneller Mischkultur mit Kräutern und heimischen Pflanzen, um Nützlingen ein Heim zu geben und Schädlinge zu vertreiben.

 

Wir verwenden heimische Pflanzen in unseren Gärten, verzichten deshalb aber nicht auf die eine oder andere eingebürgerte und erprobte Zier- oder Gemüsepflanze, die als Bienenweide und Unterschlupf für viele Tiere dient. Der Einsatz von chemischen Spritzmittel und von Kunstdünger ist tabu, stattdessen wir ein großes Augenmerk auf eine gute Bodenbearbeitung geworfen, es werden Nützlinge gefördert und natürliche, biologische Hilfsmittel aus der eigenen Gartenapotheke verwendet.

Ein Naturgarten will sorgfältig geplant sein, doch lohnt sich der (anfängliche) Aufwand, denn ein Naturgarten etabliert sich rasch, entwickelt eine wunderbare, lebendige Eigendynamik und wird dadurch zu einem pflegeleichten, spannenden und dynamischen Lebensraum für die menschlichen, tierischen und pflanzlichen Gartenbewohner.

 

Eine Vielzahl an Medienberichten ist in den letzten Jahren über die Natur im Garten erschienen, deshalb möchten wir von weiteren Zusammenfassungen absehen, und auf die Links in der rechten Spalte verweisen.

'Duldsam' von Wilhelm Busch, der das Wechselspiel der Natur in einem Naturgarten so treffend zusammenfasst:

 

Des Morgens früh, sobald ich mir Mein Pfeifchen angezündet,

Geh' ich hinaus zur Hintertür,

Die in den Garten mündet.


 

Besonders gern betracht' ich dann

Die Rosen, die so niedlich;

Die Blattlaus sitzt und saugt daran

So grün, so still, so friedlich.


 

Und doch wird sie, so still sie ist, Der Grausamkeit zur Beute;

Der Schwebefliegen Larve frißt

Sie auf bis auf die Häute.


 

Schlupfwespchen, flink und klimperklein,

Sosehr die Laus sich sträube,

Sie legen doch ihr Ei hinein

Noch bei lebendgem Leibe.


 

Sie aber sorgt nicht nur mit Fleiß

Durch Eier für Vermehrung;

Sie kriegt auch Junge hundertweis

Als weitere Bescherung.


 

Sie nährt sich an dem jungen Schaft

Der Rosen, eh' sie welken;

Ameisen kommen, ihr den Saft

Sanft streichelnd abzumelken.


 

So seh' ich in Betriebsamkeit

Das hübsche Ungeziefer

Und rauche während dieser Zeit

Mein Pfeifchen tief und tiefer.


 

Dass keine Rose ohne Dorn,

Bringt mich nicht aus dem Häuschen.

Auch sag' ich ohne jeden Zorn:

»Kein Röslein ohne Läuschen!«

Mein Pfeifchen angezündet,

 

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